Kooperation mit Solioli

Die Unterstützung von Selbsthilfestrukturen in Griechenland ist seit Gründung ein wesentliches Standbein der Griechenlandsolidarität Saarbrücken.

Durch die Kooperation mit der SoliOli-Kampagne unterstützen wir nun Produktionsgenossenschaften in Griechenland durch den Vertrieb von Olivenöl. Das SoliOli Projekt unterstützt dabei nicht nur die Kooperativen vor Ort durch Abnahme des Olivenöls sondern spendet einen Teil der Erlöse an soziale Projekte und Geflüchteteninitiativen und ist gleichzeitig Teil eines Netzwerks für solidarische Ökonomie in Griechenland und Europa. Weitere Informationen unter: http://solioli.de/

Die erste Lieferung kam im Mai und war bereits nach wenigen Tagen ausverkauft. Nun planen wir eine zweite, größere Bestellung für den Herbst. Falls ihr jetzt schon Interesse an der Abnahme einer größeren Menge von Olivenöl anmelden wollt, schickt uns eine Mail an: griechenlandsolidaritaet-sb@web.de

Produkte:
Preis in Euro inkl. MwSt.
Olivenöl
Greenland — Extra-Virgin-Olivenöl aus Koroneiki-Oliven
1 L Flasche 8,50
Greenland — Extra-Virgin-Olivenöl aus Koroneiki-Oliven
5 L Kanister 37,00
Modousa — Extra-Virgin-Olivenöl bio (*)
0,75 L Flasche 8,50
Modousa — Extra-Virgin-Olivenöl bio (*)
5 L Kanister 43,00
Oliven
Greenland — Kalamon-Oliven mit Kräutern
250 g Glas 3,50
Greenland — Kalamon-Oliven mit Kräutern (Rosmarin, Thymian etc.)
500 g Glas 5,00
Modousa — grüne Oliven in Salzlake, bio (*)
220 g Glas 4,50
Modousa — schwarze Damastes-Oliven, bio (*)
200 g vakuumiert 3,50

Hier der Flyer zur Kampagne und weitere Informationen zu den Produkten:

Warum die SoliOli-Kampagne unterstützen?
Die Krise ist immer noch nicht vorüber. In letzter Zeit ist immer häufiger von einer „positiven Wende“ in Griechenland die Rede, dabei ist die Krise dort für einen großen Teil der Bevölkerung keineswegs vorbei. Mehr als 150.000 Firmen mussten seit 2008 schließen, die Wirtschaft ist seitdem um ein Viertel geschrumpft. Das Risiko, selbst mit einem festen Job arm zu sein und sich z.B. keine Krankenversicherung
leisten zu können, ist hier so groß wie nirgendwo sonst in der EU. Selbst wenn der griechische Staat sich inzwischen wieder selbstständig Geld auf den internationalen Finanzmärkten leiht, bleibt die soziale Lage für viele Menschen aufgrund der weiterhin außerordentlich hohen Erwerbslosigkeit, den extrem niedrigen Löhnen und den deutlich gestiegenen Lebenshaltungskosten äußerst prekär. Dies trifft insbesondere auf Tausende nach Griechenland Geflüchtete zu, die von den Grenzschließungen in Europa betroffen sind
und in ständiger Angst leben müssen, in die Türkei oder ihre Herkunftsländer abgeschoben zu werden. An Orten wie dem völlig überfüllten Internierungslager Moria auf Lesbos oder in anderen sogenannten Hotspots für Geflüchtete offenbart sich die repressive und menschenverachtende Migrationspolitik der EU. Im Gegensatz dazu steht die zum Teil großartige Hilfsbereitschaft der lokalen griechischen Bevölkerung.

Selbstorganisation vorantreiben – Kooperationsnetzwerke in Europa knüpfen
Auf wachsende Versorgungsprobleme und Erwerbslosigkeit in Griechenland haben dort viele Menschen in den letzten Jahren mit der Gründung von Selbsthilfeinitiativen, Kooperativen und  Produktionsgenossenschaften reagiert. Schätzungsweise sind seit 2012 um die 300 neue landwirtschaftliche Genossenschaften entstanden. Bekannt geworden ist neben den solidarischen Gesundheitskliniken u.a. die sogenannte Kartoffelbewegung: Landwirtschaftliche Projekte verkaufen
ihre Lebensmittel ohne ZwischenhändlerInnen direkt an die VerbraucherInnen, was beiden Seiten nutzt. Wir sehen diese und ähnliche Prozesse der gegenseitigen Hilfe und Selbstermächtigung als entscheidend für gesellschaftliche Veränderungen an und können von ihnen lernen. Mit der Vernetzung und Unterstützung solcher Initiativen kann ein kleines, doch wichtiges Zeichen gesetzt werden gegen die vorherrschende Politik der EU, die dazu tendiert, die Menschen „von oben“ gegeneinander auszuspielen und zu spalten.

Ansätze solidarischer Ökonomie fördern
Wir vermitteln im Rahmen der SoliOli-Kampagne hochwertige Lebensmittel zu guten Preisen für ProduzentInnen und VerbraucherInnen. Der Direktimport und Kauf von Oliven(öl) kleiner griechischer Erzeugergemeinschaften ist ein Schritt und praktischer
Anknüpfungspunkt, mit dem wir solidarische Formen des Arbeitens und Wirtschaftens konkret stärken können. Zudem werden wir mit einem Aufschlag auf die Erzeugerpreise
wieder ausgewählte soziale und politische Projekte wie Selbsthilfeinitiativen für Erwerbslose oder Projekte von Geflüchteten in Griechenland unterstützen.
Wir möchten diese kleinen Schritte zusammen ausbauen und herausfinden: Wie kann solidarisches Wirtschaften im Sinne von Kollektivität, Selbstverwaltung, Umweltbewusstsein und fairem Handel nicht nur in der Theorie, sondern auch in der
Praxis an Bedeutung gewinnen?

Unsere Partner in Griechenland
DOCK
DOCK ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Athen, die 2016 aus dem Netzwerk „Solidarity for All“ hervorgegangen ist, um sich ganz auf die Förderung und den Ausbau von Strukturen solidarischer Ökonomie in Griechenland, vor allem Produktionsgenossenschaften, zu konzentrieren. DOCK ist Mitglied des Pan-Hellenic Network of Cooperative Initiatives und des europaweiten Netzwerk RIPESS EU. Die Mitglieder von DOCK sind in der Bildungs-, Vernetzungs- und Lobbyarbeit tätig. Sie mischen sich politisch in die Debatte um alternative Wirtschafts- und Gesellschaftsformen ein. Zum Beispiel haben sie den 4. European Solidarity Economy Congress, der im Juni 2017 in Athen stattfand, organisiert und eine Stellungnahme zum neuen griechischen Genossenschaftsgesetz verfasst. DOCK unterstützt Erzeugergenossenschaften ganz praktisch, u.a. über die europaweite Kampagne „Früchte der Solidarität“, an der wir uns neben anderen Gruppen in Belgien, Luxemburg,
Österreich und Holland mit der SoliOli-Kampagne beteiligen.
https://dock.zone / www.solidarity4all.gr

Erzeugergemeinschaft Greenland in Messenien
Die Erzeugergemeinschaft Greenland hat 2013 mit fünf Mitgliedern angefangen, die – im Zuge der Krise zum Teil erwerbslos geworden – zurück aufs Land zogen, um andere Lebens- und Arbeitsformen auszuprobieren. Sie sind Teil einer größeren Genossenschaft, die für die ökonomische und
soziale Entwicklung ihres Dorfes Sterna und der gesamten Region Messinien sehr wichtig ist. Diese umfasst inzwischen 200 Personen. Greenland versteht sich als Teil der solidarischen Ökonomie und ist sehr auf faire Preise und die Qualität ihrer Produkte bedacht. Sie produzieren ihr Öl zu 100 Prozent aus den berühmten Koroneiki-Oliven und haben damit schon mehrere Preise gewonnen. Mit ihrem Engagement haben die Mitglieder von Greenland maßgeblich zu einem positiven Mentalitätswechsel in der unter Abwanderung und Erwerbslosigkeit leidenden Region beigetragen.
www.greenlandproducts.gr

Kooperative Modousa auf Lesbos
Die Genossenschaft Modousa wurde im Jahr 2014 am Golf von Gera im Süden der Insel Lesbos von neun Olivenbauern gegründet, inzwischen gehören ihr 100 Mitglieder an, die nach dem Motto produzieren: „Förderung der lokalen Entwicklung durch wirtschaftliche Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit.“
Auch sie versuchen, ZwischenhändlerInnen zu umgehen, und setzen vor allem auf den Direktverkauf. Das
von ihnen angebotene Bio-Öl (extra virgin) aus Kolovi- und Adramitiani-Oliven hat ein besonderes Aroma, ist leicht verdaulich und besonders gut verträglich.
Mit der Renovierung einer verlassenen Fabrik aus dem 19. Jahrhundert verfügt die Genossenschaft seit 2018 über eine eigene Olivenölmühle, Abfüllanlage und Ölpresse sowie Räumlichkeiten, die regelmäßig für Seminare (etwa zu ökologischen Themen), soziale Anlässe und Gemeinschaftsaktivitäten der lokalen Bevölkerung genutzt werden. Seit 2017 betreiben die Mitglieder zudem einen Nachbarschaftsladen,
in dem alle lokalen Genossenschaften ihre Produkte anbieten und verkaufen können.
www.modousa.gr

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